Mit den letzten Sonnenstrahlen des Jahres 2018…  tauche ich unter.

Unser wichtigster Sylvester-/Neujahrswunsch ist: ENTSPANNT SEIN.

Doch was bedeutet dies in einer Patchworkfamily mit insgesamt vier Kindern zwischen 10 – 13 j., die zum ersten Mal solch einen Jahresübergang zusammen verbringt?

Von Feuerwerk bis Stille

Wir haben uns am „runden Tisch“ getroffen, um
Erwartungen und Bedürftnisse eines jeden zu klären.
Der runde Tisch stellte eine neue Situation und Herausforderung dar, was dazu führte, dass sich abwechslungsweise jeweils eines der Kinder rauszumogeln versuchte (unter den Tisch, ins Zimmer, in Blödeleien….)
Das Verhalten war…von Comedy bis Irrenhaus – das volle Programm, jedes brauchte seine Bühne,….der ganz normale Wahnsinn! ???
Doch am Ende führte es zu Klärung und Entspannung – dank gezieltem Einsetzen des Überlebenswertes No 1: Humor ?!

Gamen, Handy, Filme schauen

Entspannt sind heute wohl die meisten Kinder, wenn ihre „Dosis“ an medialer Beschäftigung nicht gefährdet ist und sie offiziell lange aufbleiben dürfen. Als Ausgleich sind sie dann auch bereit, draussen spielen zu gehen – und erst noch zusammen. Balance.

Das Festmahl

Der Rimuss war bereit, jedoch…..
Ein Missverständnis hätte beinahe dazu geführt, dass wir ohne „Festmahl“ dagestanden wären.
Enricos Statement am runden Tisch war glasklar: Mir ist egal, was wir essen, Hauptsache ENTSPANNT!!!
Da es gerade noch rechtzeitig „auf den Tisch“ kam, konnten wir auch dies flexibel lösen. Sehr zur Freude der Tochter des Hauses, welche das Improvisierte eh mehr schätzt als das vermeintlich Geplante, was wiederum entspannte.

Das Entspannungsbad

Nun ist es dunkel, die Kids spielen draussen verstecken und Enrico lässt sich gerade mein Bad ein (weil ich vor lauter schreiben noch nicht dazugekommen bin, in die Badewanne zu tauchen).
❤❤
„Entspannung zu zweit in der Badewanne“ …. ist gerade unser gemeinsamer Geistesblitz – – –
als es rumpelte… (ganz normales Drama)!
Gerade noch angezogen… empfangen wir den Jüngsten, der nun doch drinnen bleibt, während die anderen drei draussen im Dunkeln weiter spielen.

In Ruhe und Frieden

Tatsächlich war es uns möglich, über eine halbe Stunde in Ruhe ein romantisch-entspannendes Bad zu zweit in Frieden zu geniessen… welch ein Erfolg!!

Es wäre wiedermal genügend Stoff da für ein halbes Buch!

An diesem Abend folgten noch etliche weitere Challenges, welche wir  -wohl dank dem Entspannungsbad- auch noch gemeistert haben:
Tischbombe. Entspannungswert: kein Kommentar.
Draussen vom nahen Hügel Himmelslaternen steigen (besser gesagt, die erste wohl eher „fallen“) lassen ?. Anschliessend in – für manche aufgezwungenem- Schweigen nachhause zurück laufen. Dies wurde erstaunlicherweise von den Kindern sehr geschätzt, wie sich dann herausstellte!!

Später Familienfilm:

Da ich „aus der Übung“ bin mit Filmen und weil das un-Entspannteste am gemeinsamen Film schauen das Auswählen desselben ist, habe ich die Auswahl kurzerhand bestimmt. Dazu kommt, dass ich nach den Filmen, welche die Kids wählen, meistens höchst unentspannt bin und nicht mehr schlafen kann!! Ergebnis: Wir haben uns „Wir sind offline“ angeschaut- sehr emfehlenswert!).
Der älteste unserer Söhne schlief im zweiten Drittel ein, die Tochter noch vor Filmende.
Friedlicher Schluss unserer Jahresübergangsfeier um ca 02.30h, wie von der Jungmannschaft gewünscht.

Quintessenz

Was wollte ich mit diesem Text eigentlich sagen?
Ich glaube, die Quintessenz ist, dass mir einmal mehr klar wurde, wie wichtig es ist, seine Bedürftnisse zu spüren und ihnen Raum zu gewähren.
Entspannung war bei uns das Zauberwort. Der ZauberWERT sozusagen.
Nach dem gemeinsamen Bad war ich so genährt, dass alles andere zweitrangig wurde und ich auch die Energie hatte, dem Unklaren, Turbulenten, Unhandelbaren zu begegnen, weitgehend mit Humor.
Des Weiteren zeigte sich auch hier wiedermal, wie fundamental Klarheit und/in Kommunikation für ein friedliches Miteinander sind. Kinder entspannen sich, wenn sie sich gesehen, gehört, verstanden und angenommen fühlen. Gerade auch die Teenies, welche nicht mehr klein und auch noch nicht gross sind.
Und auch ich.
Und wir als Elternpersonen.

Danach ist es oft „nur“ noch eine Frage der Organisation, das Ganze zusammenzufügen ? und natürlich eine Gewöhnungssache, welche Training und Einübungszeit braucht.

Wenn ich als Erwachsene/ Familienfrau in der Lage bin, für meine Entspannung zu sorgen, bin ich auch weitgehend gewappnet für die Herausforderungen, des ganz normalen ….(nenn es wie Du willst ?)!

?lichst,

Corinne